>> Michael Frey "veredelt" Bauruine

Michael Frey "veredelt" Bauruine

Dass die Obere Marktstraße schon längst nicht mehr zu den aktraktivsten Flaniermeilen der Stadt gehört, daran haben sich die Landauer schon längst gewöhnt. Nicht daran gewöhnen wollen sich aber die Geschäftsleute in diesem Straßenbereich, fürchten sie schließlich um ihre Existenz. Also gründeten sie vor einiger Zeit eine so genannte "Interessengemeinschaft Obere Marktstraße", um die Aufmerksamkeit der Verbraucher wieder etwas mehr auf sich zu lenken.

 

Am Runden Tisch wurden Überlegungen angestellt, wie man zu allererst einen optischen Schandfleck aus dem Blickfeld der Passanten entfernen könnte. Denn das Gebäude Ecke Martin-Luther-Straße/Marktstraße, in dem früher die Volksbank untergebracht war, vegetiert nun schon seit "ewigen Zeiten" vor sich hin, ohne dass Bauarbeiten an dem Rohbau durchgeführt werden. "Man müßte das Haus durch einen Vorhang verdecken können", dachten sich die Geschäftsleute, und Michael Frey, der bekannte Landauer Maler in seinem Atelier in der Westbahnstraße (Foto oben, re.), hatte die rettende Idee. Innerhalb von nur 2 Tagen malte er 7 übergroße Gemälde, anstatt auf Leinwand diesmal jedoch auf Holzplatten, jede 1 mal 2 Meter groß. Diese brachte er mit viel handwerklichem Geschick an der Fassade an, um ja nicht das Mauerwerk des Hauses, das einer bekannten Landauer Geschäftsfrau gehört, zu beschädigen. Schließlich wurde die Besitzerein gar nicht erst wegen der Aktion um Genehmigung gefragt. "Handeln heisst die Devise", sagten sich die Kaufleute und wurden kurzum eigenmächtig tätig. So soll noch im Herbst ein eigener Markt abgehalten werden, bei dem die Obere Marktstraße verstärkt auf sich und ihre Warenvielfalt aufmerksam machen will. Denn 7 geschlossene Geschäfte in einer nicht mal 150 m langen Einkaufsstraße dürfen kein Dauerzustand bleiben. (jvdf)